CANNABIS THERAPIE BEI KREBSERKRANKUNGEN

Jedes Jahr erkranken ca. 600.000 Menschen an Krebs. Das sind 1.650 Menschen am Tag.

Fast jeder kennt jemanden, der an Krebs erkrankt ist, diesen besiegt hat oder daran verstarb.

Die Betroffenen und deren Angehörige stellen sich auf eine Tortur ein, denn die Krankheit verläuft meist schwer und langwierig.

Deswegen halten Patienten und Angehörige nach jeder Art von Hilfe Ausschau. In diesem Artikel wollen wir näher auf die Therapie mittels medizinischen Cannabis eingehen.

Wie wirkungsvoll ist Cannabis bei einer Krebserkrankung?

Regelmäßig werden Beiträge verfasst, welche behaupten, dass Cannabis Krebs heilen könnte.

 

Doch wie viel Wahrheit steckt in dieser Aussage? Die meisten Beiträge und dazugehörigen Studien beziehen sich meist auf die einzelne Krebszelle. Die Tests innerhalb eines Labors an einzelnen Zellen sind jedoch nicht automatisch auf die Wirkung innerhalb des menschlichen Organismus zu übertragen.

In einigen Fällen wird auch der Einsatz von Cannabis als Beitrag zur Heilung empfunden, doch sie sind weder aussagekräftig noch allgemeingültig. Alles in allem bringt der Einsatz von medizinischem Cannabis viele Vorteile mit sich, heilen kann er ihn jedoch nicht.

Begleitsymptome von Krebserkrankungen

Wie auch bei anderen schwerwiegenden Diagnosen ist eine depressive Verstimmung, wie auch Ängste, ein häufiges Begleitsymptom. Die drastisch veränderte Lebenssituation und die existenzielle Angst sind eine starke Belastung für die Psyche. Dieser Stress äußert sich sehr oft in neu oder stärker auftretenden depressiven Verstimmungen oder in Ängsten.

Ein weiteres Begleitsymptom, welches eine weitere Belastung darstellt, sind die Tumorschmerzen. Sie werden durch die Raumanforderung der Tumore ausgelöst. Dieses Symptom ist auch meist der Grund für den ersten Arztbesuch.

Welche Nebenwirkungen bringt die Chemotherapie mit sich?

Eine der häufigsten angewendeten Therapien im Kampf gegen den Krebs ist die Chemotherapie. Sie ist eine der größten Stützten, um wieder auf den Weg der Genesung zu kommen. Wie fast alle Therapien bringt auch die Chemotherapie Nebenwirkungen mit sich und diese sind nicht unerheblich.

Eine dieser Nebenwirkungen ist die Übelkeit und das damit einhergehende Erbrechen. Es wird zwischen drei Arten von Übelkeit und Erbrechen unterschieden. Zum einen gibt es das akute Erbrechen, welches zwei bis vier Stunden nach

der Therapie auftritt, das verzögerte Erbrechen, das bis zu 24 Stunden später auftreten kann und das antizipatorische Erbrechen, welches durch optische Eindrücke und Gerüche verursacht wird.

Die Übelkeit und das Erbrechen werden zudem oft von Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust begleitet.

Durch die Chemotherapie verursachte Blutarmut leiden fast alle Patienten unter Müdigkeit und Erschöpfung. Der ohnehin schon meist schwache Körper wird mit der Zeit immer kraftloser. Dabei kann es so weit kommen, dass sich die Erschöpfung chronifiziert. Dann wird von einem chronischen Fatigue-Syndrom gesprochen.

Eine weitere Nebenwirkung sind die Nervenschmerzen. Durch die Chemotherapie können die Nerven in den Händen und Füßen beschädigt werden. Dadurch äußern Patienten oft Beschwerden, wie vermindertes Tastempfinden, leichte Taubheitsgefühle und eine Veränderung der Sensibilität.

Wie kann nun medizinisches Cannabis einem Krebspatienten helfen?

Verschiedene Cannabinoide können gegen verschiedene Beschwerden zum Einsatz kommen. Die häufigste Indikation des medizinischen Cannabis stellt die Schmerztherapie dar.

Unabhängig von Krebserkrankungen wird die schmerzlindernde Eigenschaft des Wirkstoffes THC bei vielen weiteren Krankheitsbildern genutzt. Das THC ist besonders wirksam gegen Nervenschmerzen, Cannabidiol hingegen wird eher bei Tumorschmerzen verschrieben. 

Neben den Schmerzen ist das Cannabis auch gegen die Übelkeit und das Erbrechen gut wirksam. Durch die Linderung dieser Beschwerden sollte auch eine Steigerung des Appetits, wie auch eine Verringerung des Gewichtsverlusts erreicht werden können. Sollte die Symptomatik dahingehend weiterhin stark ausgeprägt sein, können einzelne Cannabinoide Abhilfe verschaffen.

 

Zum Beispiel stimuliert THC den Appetit. Es werden Medikamente mit hohem THC-, Nabilon- oder Dronabinol-Gehalt empfohlen. Der Erhalt des Appetites wirkt präventiv gegen die Mangelernährung und die damit einhergehende Erschöpfung.

Auch gegen die depressive Verstimmung kann medizinisches Cannabis verschrieben werden. Das THC wirkt stimmungsaufhellend. Bei Ängsten hingegen wird eher CBD eingesetzt. Es hat nicht nur die Wirkung Ängste zu unterdrücken, sondern auch das Vergessen oder Verdrängen von angstmachenden und traumatisierenden Erinnerungen zu fördern.

Daher findet es sich auch in der Therapie von Posttraumatischen Belastungsstörungen wieder.

Alles in allem stellt die Therapie mittels medizinischen Cannabis eine wirksame Option dar. Trotz aussagekräftiger Studien ist das Bewusstsein dafür nicht ganz ausgereift.

Umso mehr setzt sich der CAPA – Patientenverein e.V. dafür ein, den Betroffenen diese Art der Therapie zu ermöglichen.