Allgmemein herrscht die Meinung das Cannabis Pflanze "high" macht. Das ist nur zum Teil richtig. Denn im Cannabis konnten bisher über 500 Inhaltsstoffe nachgewiesen werden. Dazu zählen u.a. Cannabinoide, Proteine, Aminosäuren, Ätherische Öle (Terpene), Zucker, Alkohole, Flavonoide, Vitamine, Hybrocarbone, Aldehyde und Fettsäuren.

Alleine zu dem Ätherischen Ölen zählen bereits über 120 Inhaltsstoffe. Allerdings kommen nicht alle Bestandteile zusammen in einer Pflanze vor. Die Zusammensetzung unterscheidet sich auch in Abhängigkeit von der Gattung der Cannabispflanze (Indica, Sativa). Für die medizinische Anwendung spielen die Cannabinoide eine entscheidene Rolle.

Cannabinoide

In der Hanfpflanze wurden bisher mehr als 100 Cannabinoide nachgewiesen, die sich in 12 Gruppen unterteilen lassen:

  • Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC)

  • Cannabigerol (CBG)

  • Cannabichromen (CBC)

  • Cannabidiol (CBD)

  • Cannabinol (CBN)

  • Delta-8-Tetrahydrocannabinol

  • Cannabicyclol (CBL)

  • Cannabielsoin (CBE)

  • Cannabinodiol (CBND)

  • Cannabitriol (CBTL)

  • Cannabidivarin (CBDV)

  • Tetrahydrocannabivarin (THCV)

Cannabinoide mit therapeutischer Wirkung

Tetrahydrocannabinol (THC)

 

 

Delta-9-Tetrahydrocannabinol THC gehört zu den psychoaktiven Cannabinoiden. Es liegt in der Cannabispflanze zu überwiegendem Teil als THC Säure vor. Durch Wärme oder UV Strahlung wandelt sie sich zum THC um.

THC kommt in einem Teil der klassischen Indica und Sativa Unterarten in hoher Konzentration von 5-10% in den weiblichen Blüten und in der Nähe wachsenden Blätter der unbefruchteten Pflanzen vor. Männliche oder befruchtete weibliche Cannabispflanzen haben einen wesentlich geringeren THC Anteil. In den Hanfsamen kommt kein THC vor. Aus kommerziellen Zwecken wurden in den letzten 30 Jahren insbesondere zur Verwendung als Rauschmittel Sorten mit einer wesentlich höheren Konzentration von bis zu 25% gezüchtet.

THC haltiges Cannabis ist wegen seiner berauschenden Wirkung im privaten Gebrauch verboten. Doch es macht nicht nur «high», es kann auch Schmerzen lindern und Krämpfe lösen. Forscher stoßen auf neue medizinische Anwendungsmöglichkeiten, Patienten berichten über verschiedene positive Wirkungen, manche sehen es als die letzte Rettung. Viele dieser Behauptungen sind allerdings von der deutscher Schulmedizin nicht belegt. Hier haben wir ein Spannungsfeld zwischen dem, was die Patienten berichten und dem, was die deutsche Schulmedizin und letztlich auch die Zulassungsbehörden akzeptieren.

Da ist der Patient, der sich im Internet oder über Mund-zu-Mund-Propaganda informiert und sein neurologisches Leiden mit dem Medikament von der Straße therapiert. Er hat auch Erfolge damit. Er geht dann sinnvollerweise zu seinem Hausarzt oder Neurologen und konfrontiert ihn damit. Vielleicht setzt er ihn auch unter Druck. Und dieser schaut dann im Schulbuch nach und sagt dann das ist nicht belegt, das macht süchtig und ich kann die Verantwortung nicht übernehmen.

Wir haben also die Erfahrungsmedizin und dann eben das, was belegt und akzeptiert ist von den Zulassungsbehörden, die evidenzbasierte Medizin. Diese KluG gilt es zu schließen. Schließlich tauchen laufend positive Erfolgsnachrichten aus Israel, Kanada oder USA auf wo nicht nur Patienten sondern auch Institute von positiven Eigenschafen und Erfolgen berichten.

Cannabis ist aber nicht ein Wunderheilmittel, so wie es viele Patienten hochstilisieren.

Cannabis hat aber dort Chancen, wo es ein Nischenplayer ist. Es gibt Krankheiten wie zum Beispiel die schwerste kindliche Form der Epilepsie, Alzheimer oder Parkinson, bei denen alle Medikamente versagt haben.

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